Kontaktaufnahme zum weiblichen Geschlecht mit Hindernissen

Mädchen wurden damals von Jungen möglichst fern gehalten. Das von mir besuchte Kopernikus-Gymnasium war bis 1965 ein reines Knaben-Gymnasium und öffnete sich erst danach auch für Mädchen. Beim Abitur 1968 hatten wir mit der zugezogenen Anna-Gela nur ein einziges Mädchen in der Klasse. Danach studierte ich Mathematik und Physik, Fächer, die zu 90% von männlichen Studenten besucht wurden. Auch das Studienseminar wurde vorwiegend von Männern besucht und als ich als Lehrer an die Schulen kam, waren die wenigen Frauen dort fast alle schon liiert.

Da sich auf diese Weise keine natürlichen Kontakte ergaben, musste man erst einmal eine Gelegenheit finden, ein Mädchen anzusprechen und anschließend einigermaßen beredt sein, um die Kommunikation erfolgreich zu führen. Hier war ich schlecht gerüstet. Mir fehlte Selbstvertrauen und die nötige Wortgewandtheit. Ich spürte das, sowie ich in eine fremde Umgebung kam.

 

Natürlich habe ich trotz allem Bekanntschaften gehabt. Natürlich habe ich für manche Mädchen geschwärmt. Meine erste Erinnerung geht zurück ins Jahr 1963.

Ich war 14 Jahre alt. Susanne Irian, die öfters am Kopernikus-Gymnasium vorbei lief, gefiel mir gut. Schnell fand ich heraus, wo sie wohnte. Öfters habe ich sie mit meinem Fahrrad nachmittags von Ferne begleitet, ohne dass sie etwas bemerkte. Dabei hatte ich herausgefunden, dass sie an einem bestimmten Wochentag um 15 Uhr zu Fuß zu ihrem Musikunterricht auf der anderen Seite der Stadt ging. Dabei wollte ich sie ansprechen und hatte mir ein Konzept zurecht gelegt. Sie lief einsam ihren Fußweg, ich hinterher, verkürzte den Abstand, bekam Angst vor der eigenen Courage, vergaß meinen vorbereiteten Text und brachte nur noch eine Frage übers Wetter hervor. „Lass mich gefälligst in Ruhe!“ war eine Abfuhr, die sich gewaschen hatte und die diese Beziehung endgültig beendete, noch bevor sie begonnen hatte.